Leon Löwentraut unter Beschuss
Der Shooting Star der deutschen Kunstszene heißt Leon Löwentraut.
Aktuell wird er in den Medien allerdings ordentlich heruntergeputzt.
Vor einigen Jahren habe ich auf der Art Karlsruhe zum ersten Mal einige seiner Bilder gesehen. Mein erster Impuls war nicht gerade positiv. Ich steckte Leon gedanklich in meine persönliche Vorurteils-Schublade und hakte seine holzschnittartigen, pastos gemalten Maskengesichter wenig charmant ab:
Kennst du eins, kennst du alle.
Nun gibt es in der Mediathek eine ARD-Dokumentation über ihn, in der Leon selbst, seine Familie, Galeristen und Kritiker zu Wort kommen.
Und das ist spannend. Denn die vielen Facetten, die dort gezeigt werden, haben – aus völlig unterschiedlichen Motivationen heraus – jeweils ihre eigene Berechtigung.
- Da ist die Mutter, die sogar in den Kindergartenzeichnungen ihres Sohnes bereits ein außergewöhnliches Talent erkannt haben will.
- Der Vater, gleichzeitig Leons Manager, der die Vertriebsmaschinerie angekurbelt hat – und am Laufen hält.
- Die Sammler, die ihn als Genie feiern.
- Die Galeristen, die seine Kunst lieben, nicht zuletzt, weil sie ihre Kassen füllt.
- Leon selbst, der in die Kunstgeschichte eingehen will und den Anspruch hat, dass jeder Mensch auf der Welt seinen Namen kennt.
- Und schließlich die Kritiker, die kaum ein gutes Haar an ihm lassen, seinen Marktwert anzweifeln, seine Kunst als einfältig bezeichnen, maximal passend für ein Drei-Sterne-Hotel, überflüssig und reine Unterhaltung.
Beitrag in der ARD Mediathek
Der Kunstkritiker Wolfgang Ullrich bezeichnete Leon Löwentraut einst als „Helene Fischer der Kunst“.
Nun muss man anmerken: Helene Fischer ist Multimillionärin.
Leon Löwentraut vermutlich auch.
Irgendetwas müssen beide also ziemlich richtig gemacht haben.
Erfolg braucht mehr als Talent
Ich glaube, bei Leon ist es eine Kombination aus geschickter Erzählung, großem Selbstvertrauen und Mut.
Es wird erzählt, dass er als Kind, während seine Mutter selbst an der Leinwand stand, unter dem Tisch bereits gemalt habe. Dass er seine Werke schon als Sieben- oder Achtjähriger ausstellte und verkaufte.
Als Teenager ging er nach New York, wo seine Geschichte und seine Malerei auf Gönner und Förderer trafen. Dort begann seine Erfolgsgeschichte.
Mut, Netzwerk und ein dickes Fell
Ginge ich heute nach New York, wüsste ich ehrlich gesagt niemanden, den ich als Gönner ansprechen könnte.
Leon Löwentraut hingegen hatte offenbar den Mut und die Ausdauer, gezielt Kontakte zu den richtigen Menschen aufzubauen. Unter anderem zu dem Investor Asher Edelmann, der Mann, der als Vorlage für die von Leonardo DiCaprio gespielte Hauptfigur im Hollywood-Blockbuster „Wolf of Wall Street“ diente: geldgierig, verschwenderisch, dekadent.
Ich kenne nur meine Bankberaterin. Und die arbeitet nicht in New York. 😉
Zudem hat Leon ein dickes Fell. Eines, an dem die allumfassende, harte Kritik abprallt. Er kontert sie mit einer Mischung aus Aufbegehren, Arroganz und Größenwahn.
Was bleibt
Meine Einstellung zu Leon Löwentraut hat sich geändert.
Nicht, weil ich seine Bilder plötzlich gut finde – das ist nach wie vor nicht der Fall.
Sondern weil er bewiesen hat, dass man mit Kunst auch ohne Studium und scheinbar aus dem Nichts extrem erfolgreich sein kann.
- Es braucht Mut.
- Es braucht Talent.
- Es braucht Ausdauer.
- Aber vor allem braucht es Strategie.
Das oben gezeigte Bild ist nicht von Leon Löwentraut, es ist selbstverständlich von mir. Es titelt: „Find your own path“ und passt sehr gut zum Thema. Leon hat seinen Weg gefunden, ich gehe meinen. Ein Weg sind die internationalen Kunstportale, auf denen ich meine Kunst ausstelle. Neben Artfinder jetzt auch Artmajeur. Klicken Sie rein. Sie finden dort alle Infos zu den verfügbaren Werken inkl. der Preise. Weitere Kunstportale kommen in Kürze dazu.
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